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In den letzten Tagen bzw Wochen seit meinem letzten Eintrag hat sich nicht viel geändert und trotzdem hat sich ein bisschen was getan.

Bewerbung

Zwei Bewerbungen habe ich abgeschickt und nach nur einer Woche die erste Absage kassiert. Niedergeschlagen habe ich wieder angefangen, mir über meine Zukunft den Kopf zu zerbrechen und hinsichtlich der bereits abgelaufenen Immatrikulationsfrist ein Leben unter der Brücke auszumalen… Trotz allem bin ich wieder mal in die Hauptstadt gefahren, wo ich nun noch einige wenige Tage bin. Und bereits kurz nachdem ich hier oben angekommen bin, rief mich meine Mutter an: Einladung zum Vorstellungsgespräch Anfang November von der zweiten Ausbildungsstätte! Plötzlich laufe ich doch immer wieder auf rosaroten Wolken und richte mir in Gedanken meine (noch nicht vorhandene) Wohnung ein. Blöd nur, dass es noch mehr als zwei Wochen bis dahin sind. Drum werde ich wieder heim fahren, um in Kürze erneut wieder hier oben zu sein. Ich hoffe nur, dass alles klappt. Zwar bin ich mir immer noch nicht sicher, ob es das Richtige ist bzw sein wird, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wer weiß, vielleicht ziehe ich das große Los. Auf jeden Fall bin ich bereits jetzt richtig aufgeregt, wenn ich an das Vorstellungsgespräch denke. Das erste „echte“ meines Lebens, davor hatte ich ja nur eines für das FSJ (welches mir aber schon im Voraus zugesagt wurde).

Konversion zum Fleischesser?!

Vor ca. 8 Jahren beschloss ich, (fast) vegetarisch zu leben. Es gab kein verstörendes Erlebnis, welches mich dazu trieb, mir schmeckte bloß irgendwann das Fleisch nicht mehr (Fisch habe ich jedoch die ganze Zeit gegessen!), weswegen ich es einfach mal ausprobieren wollte. Doch in den letzten Jahren bekam ich manchmal einfach wieder Lust darauf. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie ein Brathähnchen schmeckt oder ein Leberkäswecken. Mich reizte der Geruch vom frischen Fleisch auf dem Grill, während ich in meinen (trotzdem sehr leckeren) Grillkäse biss. Und auch wenn es inzwischen viele Alternativen zu Fleisch bestehen: Sehen die ganzen Grillsachen nicht trotzdem aus wie eine Wurst? Gibt es inzwischen nicht Wurstaufstrich aus Tofu, Geschnetzeltes, Cordon bleu und und und? Was ich mich frage: Wenn Fleisch doch so widerlich ist, wieso gibt es nur wenige echte Alternativen, die nicht versuchen, Fleischprodukte zu imitieren? Und die, die es gibt, sind für Menschen, die noch kein geregeltes Einkommen haben und deren Eltern nicht gerade auch Vegetarier sind, kaum erschwinglich oder aber schmecken einfach nicht. Aufgehört habe ich wegen dem Geschmack, es war ein Versuch, der bereits 8 Jahre anhält. Und der Geschmack ist es auch, der mich dazu bringt, dass ich mich vor wenigen Wochen doch wieder dazu durchringen konnte, einmal wieder Fleisch zu probieren. Erstaunlicherweise hat es mir geschmeckt, auch wenn ich nicht sofort regelmäßig Fleisch zu mir nehmen werde. Doch in Zukunft wird es wohl ab und an und eventuell öfters dazu kommen. *

Filmempfehlung

Zwar ist es schon über eine Woche her, aber trotzdem möchte ich euch hier zum Schluss noch einen Film empfehlen. Und zwar „Die Jagd“ mit Mads Mikkelsen, der wohl vielen als der Bösewicht Le Chiffre aus dem James Bond-Film „Casino Royale“ bekannt ist. Der Film ist keine große Hollywood-Produktion mit viel Actionszenen und Knalleffekten. Die Ruhe des kleinen dänischen Dorfes, in dem die Geschichte spielt, wird den ganzen Film über aufrecht erhalten und unterstützt somit die Spannung. Lucas, ein Lehrer, der nun im Kindergarten arbeitet, lebt nach der Scheidung seiner Frau alleine und geht ganz in seiner Arbeit auf. Abends trifft er sich mit den Männern aus dem Dorf oder seinem besten Freund Theo und dessen Frau. Die kleine Klara, Theos Tochter, die auch in Lucas‘ Kindergarten geht, scheint in Lucas eine Art Freund gefunden zu haben. Als Lucas Klara eines Tages in die Schranken weißt, nachdem sie ihn auf den Mund geküsst hat, erzählt das kleine Mädchen der Kindergartendirektorin, dass sie Lucas nicht mehr mag und plappert etwas nach, was ihr großer Bruder und dessen Freund in Bezug auf einen Porno gesagt haben. Damit tritt sie unbewusst eine Lawine los, die nicht nur das Leben von Lucas extrem verändert, sondern das gesamte soziale Netzwerk des Dorfes. Und auch die wenigen Versuche Klaras zu erklären, dass sie gelogen hat, bringen nichts, denn die Erwachsenen sind trotz anfänglicher Zweifel von Lucas‘ Schuld überzeugt.

Spannender Film, der ein kritisches Thema widerspiegelt! Klasse Schauspieler, die die Rollen realistisch und glaubwürdig verkörpern. In unserer Gesellschaft ist das Thema „Kindesmissbrauch“ inzwischen zum Glück kein Tabuthema mehr, es wird oft genug darüber gesprochen, dass Kinder eingeschüchtert sind und es nicht wagen, von ihrem Missbrauch zu erzählen. Doch was ist, wenn sie davon erzählen, ohne dass ein Missbrauch stattgefunden hat…?!

*Bevor sich jetzt jemand beschwert und/oder mir Vorwürfe machen will, ich sei kein „echter“ Vegetarier gewesen, sei ein schlechter Mensch oder was weiß ich: Ich habe die ganze Zeit über Fisch und Meerestiere gegessen, da ich das einfach über alles liebe. Auch Milch, Käse, Eier und andere tierische Produkte gehörten zu meinem Speiseplan, eben ausgenommen von Fleisch und Produkten, die Fleisch beinhalten. Klar weiß ich auch, dass viele Fleischprodukte aus Tieren entstehen, die kein „würdiges“ Leben hatten. Natürlich kann man Fleisch boykottieren, solange die Tiere so gehalten werden etc. Auch ich bin alles andere als ein Fan von Massentierhaltung oder Tierquälerei. Ich achte darauf, dass ich Eier aus Freilandhaltung und z.B. nicht aus Käfighaltung kaufe oder dass meine Shrimps nicht aus Aquakulturen in Asien stammen. Doch es gibt so viele Menschen, die selbst nur Bioprodukte kaufen und mir dann irgendwas von Moral predigen und wie ungesund der ganze andere Rest sei, ohne sich wirklich informiert zu haben, wie einfach es ist, die Auflagen zu erfüllen, die einen dann dazu berechtigen auf das jeweilige Produkt „Bio“ schreiben zu dürfen. Oft sind genau das auch die Menschen, die sich billige Kosmetika aus dem Discounter kaufen, die mit Hilfe von Tierversuchen hergestellt wurden. Und genau DAS finde ich ziemlich heuchlerisch. Entweder, man hält sich in allen Lebenslagen an die Lebensweise „Bio“ und zieht das dann wirklich durch, oder aber man hört auf, anderen Menschen irgendetwas vorzuwerfen. Und solange man persönlich nicht in der Lage ist, das konsequent mit nachhaltigen und tierfreien (in jeglicher Hinsicht!) Produkten durchzuziehen, solange sollte man die anderen Leben lassen, wie sie wollen und nicht versuchen, sich über diese zu stellen. Das soll keine Beleidigung an diejenigen sein, die dies machen: Ich habe wirklich großen Respekt vor denjenigen, die es schaffen, sich konsequent an Bio- bzw tierfreie Produkte zu halten! Und diese dürfen mich dann von mir aus gern kritisieren, aber alle anderen sollten sich selbst mal an die Nase fassen.

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